TYPO3: Wie ein CMS die (Internet)Welt eroberte

Wenn wir von verschiedenen Content Management Systemen (CMS) sprechen, müssen wir neben WordPress auch auf TYPO3 eingehen. Aber eines der bekanntesten und meistgenutzten CMS bis ins Detail zu erklären, wäre für einen Blogartikel zu umfangreich. Deswegen konzentrieren wir uns auf die Grundlagen und die Highlights dieses Systems (bis zur Version 6.1.8), das weltweit unzählige Menschen begeistert.

Was ist TYPO3?

TYPO3 ist ein Open-Source-CMS und dient der Erstellung, Verwaltung und Erweiterung von Webseiten. Die ursprüngliche Version wurde vom Dänen Kasper Skårhøj entwickelt und wurde 2012 offiziell unter dem Namen Typo3 CMS lizensiert. Das System basiert auf der Skriptsprache PHP.

Neben TYPO3 CMS gibt es eine neuere, sich vom ursprünglichen System abgegrenzte Typo-Version namens Typo3 Neos. Neos ist die Weiterentwicklung von Typo3 Flow, das auch parallel dazu existiert und genutzt werden kann. Sogenannte Core Development Teams kümmern sich getrennt voneinander um die CMS.

Was leistet Typo3 und warum ist es so beliebt?

Wie auch WordPress, wird Typo3 weltweit genutzt. Es wurde bis heute etwa 7,56 Millionen Male heruntergeladen und rund 70.000 registrierte Entwickler arbeiten stetig an neuen Extensions. Schätzungsweise werden über eine halbe Millionen Seiten damit realisiert. Doch warum ist dieses CMS so beliebt?

Es wird vor allem aufgrund seiner vielfältigen Möglichkeiten, mit den richtigen Erweiterungen ganz Individuelle Webseiten zu bauen und zu gestalten, geschätzt. Über 6.300 solcher Erweiterungen stehen derzeit kostenfrei zur Verfügung und die Zahl steigt kontinuierlich. Das CMS entwickelt sich weiter und passt sich neuen Anforderungen (der Kunden und der Technik) an. Hat eine Extension zum Beispiel eine neue Funktion, werden ältere Versionen aus dem Typo3-Extension-Repository (TER) entfernt, damit sie aktuell und kompatibel bleiben. Typo3 ist auf Mehrsprachigkeit ausgelegt und wird von Entwicklern, Anwendern und Fans weltweit weiterentwickelt und verbessert.

Einige Erweiterungen bietet schon das „Basis-Paket“ des Programms durch Systemextensions, die besonders beliebt sind bzw. oft verwendet werden und auf Dauer notwendig für den Betrieb sind. Die meisten Systemerweiterungenfinden Sie aber im Typo3-Extension-Repository (TER), dem zentralen Server, von dem man sie kostenfrei herunterladen kann. Dort erhalten Sie auch zusätzliche Informationen wie das Erstellungsdatum, das Datum des letzten Updates und die Anzahl der Downloads. Auch der Typo3 Extension Manager (EM) bietet eine Vielzahl von Erweiterungen.

Hier sind einige Bereiche, in die Sie problemlos zusätzliche Funktionen einfügen können:

  • „sprechende“ URLs
  • Newsletterversand, individuelle Newsletter einrichten
  • Nachrichtensysteme, z.B. Darstellung und Verwaltung von News, Terminen und Veranstaltungen
  • vorgefertigte Templates/ Layouts
  • Loginbereich für registrierte Nutzer
  • Quiz, Umfragen
  • Glossar
  • Feeds
  • abgesicherte Downloads
  • Gästebücher, Foren etc.
  • Seminarverwaltung
  • Suchfunktionen
  • Daten über Länder, Sprachen, Währungen etc.
  • Bildergalerien
  • Kontaktformulare, individuelle Mailformulare
  • Benutzerregistrierung und Besucherverhalten auf Websites
  • Shop-Systeme

Aufgrund seiner Komplexität, des Umfang und der Möglichkeiten, kann es mitunter eine Weile dauern, bis man sich in das Programm eingearbeitet hat und alle Funktionen sinnvoll nutzen kann. Falls Ihnen das nötige Know-how fehlt, können Sie, Ihre Kollegen oder die zuständigen Mitarbeiter deutschlandweit an zahlreichen Workshops und Weiterbildungen teilnehmen. Diese bedeuten unter Umständen einen zusätzlichen finanziellen Aufwand, der sich aber auf lange Sicht hin lohnt.

Sie können sich aber auch einen externen Anbieter suchen, der Ihre Internetseite dann auf Ihren Wunsch hin mit Typo3 realisiert. Die meisten Agenturen spezialisieren sich auf wenige CMS, um eine qualitativ hochwertige Arbeit zu gewährleisten. Die Angebote reichen von der Erstellung einer Webseite über die Entwicklung individueller Erweiterungen bis hin zum Webhosting.

Welche Vor- und welche Nachteile hat Typo3?

VorteileNachteile
keine Lizenzgebührenmögliche Zusatzkosten für:geschulte Programmierer und Designerschnellere Server mit größerem Speicher
unkomplizierte Pflege von WebseitenPflege muss unter Umständen von externen Anbietern übernommen werden, wenn die zeitlichen Kapazitäten Ihres Unternehmens nicht ausreichen
News erscheinen auf Startseite und (wenn gewollt) automatisch in den Sozialen Netzwerken (wenn eingerichtet)Komplexität: Überblick kann wegen Umfang/ Möglichkeiten verloren gehen
SuchmaschinenoptimierungBedienung nicht intuitiv
Reportingfunktionen, Error Log, System CheckMehr Funktionalität als benötigt
Zuweisung verschiedener Rechte, z.B. Redakteur, Entwickler, Administrator etc.Schulungen/ Einführung ins System für Nicht-Profis, z.B. Redakteure
Sicherheit durch regelmäßige UpdatesSicherheitsrisiko, wenn Daten auf externen Servern liegen und dort verwaltet werden
Mehrsprachigkeit (über 30 Sprachen verfügbar)
Erweiterungen, viele Möglichkeiten
Individualität der Websites
integrierte Bildbearbeitung
Zeitgesteuerte Veröffentlichung
weltweite Community, die bei Fragen hilftüber 70.000 Entwickler
Usergrouptreffen in allen größeren Städten
Workspace: mehrstufige Freigabekontrolle und Workflow
umfangreiche Dokumentation
regelmäßige Aktualisierung auf aktuelle Standards/ Anforderungen
Regelmäßige Workshops, Typo3 Camps, Entwicklertreffen

Wie entscheiden Sie sich?

Das Open-Source-CMS TYPO3 auf jeden Falls eine gute Wahl für komplexe und individuelle Internetpräsenzen. Aber auch bei kleineren Webseiten kann TYPO3 durchaus Sinn machen. Wegen der unzähligen Erweiterungen haben Sie die Möglichkeit, neue, innovative Extensions zu nutzen und somit Ihre Webseite von anderen abzuheben.

Noch Fragen?

Wie am Anfang erwähnt, konzentriert sich dieser Blogeintrag auf die Typo3-Versionen bis zur Version 6.1.8. Im März 2014 erschien bereits die neue Ausführung 6.2. mit neuen Funktionen und Möglichkeiten.

Wenn Sie Fragen zur aktuellen oder zu älteren Versionen, zum Blogbeitrag oder zu Content-Management-Systemen wie TYPO3 allgemein oder zur Auswahl von CMS haben, schreiben Sie uns. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Eine Antwort auf “TYPO3: Wie ein CMS die (Internet)Welt eroberte”

  1. Sascha Thattil sagt:

    Danke für die interessanten Informationen.

    TYPO3 ist sicherlich die richtige Wahl für viele Unternehmen. Besonders bei Mittelständlern in Deutschland ist das CMS sehr beliebt.

    Eine Alternative kann noch Drupal sein. Jedoch fehlen hier oftmals die Anbindungen an Warenwirtschaftssysteme, welche bei TYPO3 schon vorhanden sind.

    Sehr guter Beitrag. Vielen Dank.

    Freundliche Grüsse
    Sascha Thattil

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